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Großbritannien: Das große Warten auf den Tag der Wiedereröffnung

Donnerstag, 14. Mai 2020 07:30

Britische Friseursalons spielen das Wartespiel: Die Salons bleiben wohl mindestens bis zum 4. Juli geschlossen.

Während die Friseursalons in vielen Ländern Europas den Tag ihrer Wiedereröffnung nach dem Lockdown bereits hinter sich haben und fleißig am Arbeiten sind, ist die Lage in Großbritannien geprägt von Zweideutigkeit und Unsicherheit. Gary Kelly, Chefredakteur der britischen Ausgabe der Estetica, über die aktuelle Situation in seinem Heimatland:

Aufregung, Gespanntheit kurz vor der Rede des britischen Premiers Boris Johnson: Nach fast siebenwöchiger Sperre wartete das britische Volk gespannt darauf, wie Boris Johnsons Blaupause für eine Rückkehr zu einer „neuen Normalität“ aussehen könnte. Die Antwort kam in einer aufgezeichneten Sendung am Sonntag vergangener Woche - und ließ jede Klarheit vermissen. Klarer wurde die Situation am Montag, als ein 50-seitiges Dokument veröffentlicht wurde, in dem ein Fahrplan zur schrittweisen Lockerung dargelegt wurde, in dem stand, dass Grundschulen, Kindergärten und Geschäfte teilweise ab 1. Juni wieder öffnen dürfen.

Wartespiel für Friseursalons

In weiten Teilen der Eurozone ging der Trend dahin, dass Friseursalons in einer der frühesten Phasen der Lockerung wiedereröffnet werden. Bereits in Deutschland, der Schweiz, Spanien und mehreren anderen Ländern Europas sind die Salons in Betrieb. Frankreich und Italien folgen nun diesem Beispiel - alle unterliegen natürlich Einschränkungen und Vorschriften, die sich von Land zu Land im Detail unterscheiden, die sich jedoch im Wesentlichen auf den gegenseitigen Respekt des gesunden Menschenverstandes untereinander sowie auf Praktiken in Bezug auf persönliche Hygiene und Schutz konzentrieren.

Die Friseurbranche in Großbritannien ging demzufolge davon aus, dass dies auch bei ihnen geschehen würde, dass Friseure zu den ersten Unternehmen gehören, die wieder aufmachen dürfen. Es kam anders: Der erste Außenminister, Dominic Raab, offenbarte, dass Friseure jetzt frühestens am 4. Juli öffnen werden.

Reaktion der Industrie

Die Entscheidung, die Wiedereröffnung des Salons bis Anfang Juli zu verschieben, bedeutet, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung fast dreieinhalb Monate lang geschlossen sind. Die Reaktion der britischen Fachleute war im Großen und Ganzen eine Mischung aus Wut und Verachtung, zumal die Friseursalons bei den Wiedereröffnungsplänen eher mit Freizeitsektoren wie Restaurants und Bars als mit einer professionellen Branche in einem Topf geworfen zu sein scheinen.

"Wie kann ein Friseur in den gleichen Sektor wie Freizeitdienstleistungen eingestuft werden", kommentiert Tony Rizzo, Sanrizz & Gründer der Alternative Hair Show. "Professionelle Salons sind weitaus besser geschützt als die Unternehmen, mit denen wir unter" Persönliche Dienstleistungen "zusammengefasst wurden. Wir bei Sanrizz hatten schon vorher Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die Kunden saßen zwei Meter voneinander entfernt, Masken wurden getragen, sowohl Kleider als auch Handtücher wurden für jeden einzelnen Kunden verpackt und alle Geräte nach jedem Kunden sterilisiert... Durch die Ausweitung der Sperrung geben wir freiberuflichen Friseuren die Möglichkeit, das Leben von Menschen zu riskieren und unser Geschäft zu ruinieren.“

Errol Douglas MBE ist der Ansicht, dass der Branche von der Regierung ein völliger Mangel an Respekt entgegengebracht wird: "Wir als professionelle Friseure tragen unglaubliche 2 Milliarden Pfund zur Wirtschaft bei, wir beschäftigen auch eine große Anzahl von Menschen", erklärt er. „Die Leute schreien nach Friseurdiensten - man muss nur den Fernseher einschalten oder Radio hören. Ich möchte, dass die Friseure wieder zur Arbeit gehen dürfen und mag mir gar nicht vorstellen, dass wir erst im Spätsommer wieder zurückkehren. Wir sind wahrscheinlich einer der hygienischsten Berufe der Welt und ja, wir waschen uns nach jedem Kunden die Hände und ja, wir haben es immer getan, jeder Kunde bekommt schon immer einen neuen Umhang. Wir haben außerdem mehr als fünf Jahre lang trainiert, um zu wissen, wie man sich um Menschen kümmert."

Mitarbeiterbindung

Positiv zu vermerken ist, dass das Unterstützungsprogramm der Regierung von Ende Juni auf Ende Oktober verlängert und auf dem aktuellen Stand von 80% bis zu einer Grenze von 2.500 £ pro Monat gehalten werden soll. Gute Nachrichten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die meisten offiziellen Quellen der britischen Friseurbranche schätzen jedoch, dass 60% der Friseure dort freiberuflich tätig sind, so dass sie nicht von diesem Supportprogramm der Regierung profitieren. Während einige Selbständige, die derzeit nicht arbeiten können, Anspruch auf das Unterstützungssystem für Freiberufler haben, sind viele Freiberufler durch das Netz gefallen oder erhalten nur einen minimalen Ausgleich.  

Die Devise lautet also Abwarten und Tee trinken. Wir drücken der Friseurbranche in UK die Daumen, dass der Tag der Wiedereröffnung etwas früher als vor dem 4. Juli lauten wird!

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