22 September 2021

Arbeitsbedingte Erkrankungen des Friseurs

Dr. Salvatore Rendo antwortet auf die wichtigsten Fragen zu den häufigsten medizinischen Problemen

Was sind die häufigsten Muskel- und Skeletterkrankungen? Wie lässt sich der Schmerz lindern? Wir haben Dr. Salvatore Rendo, Direktor des Day Policlinic Krankenhauses der CNA (Handelsverband für Wellness und Gesundheit) gefragt. 

Wir haben Dr. Salvatore Rendo, Direktor der ASQ Turin Polyclinic S.r.l. des CNA konsultiert, um die arbeitsbedingten Erkrankungen von Friseuren besser zu verstehen und welche Muskel- und Skeletterkrankungen es gibt, die Friseure aufgrund falscher Haltung, zu langem Stehen und stetig wiederholten Bewegungen (z.B. beim Haarebürsten, bei der Verwendung von Haartrocknern oder Stylern) erleiden. 

Sprechen wir hier von Muskel- und Skeletterkrankungen oder eher von Befindlichkeitsstörungen?

Im Allgemeinen sind es Symptome oder auch Befindlichkeitsstörungen, die jedoch zu einer Vielzahl an diversen Erkrankungen führen können. 

Welche anatomischen Bereiche sind beim Friseur aufgrund seiner Tätigkeit am ehesten betroffen?

Am häufigsten betrifft es den Halswirbelsäulenbereich, der Schmerzen in der Halswirbelsäule und dann auch im Arm hervorruft. Der Nacken tut weh und dies strahlt dann bis in die Schultern und die Arme. Häufig werden auch ein Bandscheibenvorfall sowie Sehnenscheidenentzündungen im Schultergelenk beobachtet. Der Ellenbogen kann wiederum eine schmerzvolle Sehnenscheidenentzündung erleiden, wenn das Gelenk dauerhaft falsch belastet wird. Hier entzünden sich die Muskeln des Epikondylus. Dieser entzündliche Zustand kann erfolgreich mittels Physiotherapie behandelt werden, aber immer wieder auftreten und auch chronisch werden. Und dann gibt es Haltungsschäden, die Arme und vor allem den unteren Rücken betreffen, was zu Hexenschuss oder Schmerzen im unteren Rücken führen kann. Zu langes Stehen kann außerdem zu Kreislaufbeschwerden führen, wenn man anfällig dafür ist. 

Können diese Zustände und Krankheitsbilder für den Friseur bedeuten, dass er irgendwann seinen Beruf nicht mehr ausüben kann?

Zum Glück ist das meist nie der Fall. Ich würde sagen, dass das, was einen Friseurberuf schwierig macht, Polyarthritis in der Schulter ist. Dies ist jedoch operabel. Im Allgemeinen helfen Physiotherapie oder auch eine Operation, aber bis zur Arbeitsunfähigkeit führen diese Krankheiten in den meisten Fällen nicht. 

Gibt es präventive Maßnahmen? 

Außer der Empfehlung, in der richtigen Haltung zu arbeiten, leider nicht. Die einzige Lösung, um Verspannungen und Müdigkeitserscheinungen zu vermeiden, ist so oft wie möglich einen Stuhl zu benutzen. 

Gibt es Übungen, die helfen, auftretende Schmerzen zu lindern?

Ja, mehr als eine: angefangen von einfachen Übungen bis hin zu speziellen Haltungstrainings wie Pilates oder Yoga. Hier helfen bereits schon einfache Übungen und davon profitiert man auf jeden Fall. Dies ist mein Rat an die Friseure – selbst wenn er in einigen Fällen nicht befolgt wird.   

 

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