21 September 2021

Coronakrise: Friseure in Not!

Die Wild Beauty GmbH übernimmt die Anwaltskosten für Präzedenzfälle und unterstützt bundesweit Corona-Klagen.

 

Die Friseure in Deutschland stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Hilfen des Bundes kommen nicht oder nur schleppend an. Viele Salons können einen Rückgang von 30% des Umsatzes zum Vorjahr nicht nachweisen und bekommen: nichts! Friseure müssen wieder öffnen dürfen. Vor allem auch, um der wachsenden Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. 

Genau deshalb hat sich die Wild Beauty GmbH mit den Haar-Marken Paul Mitchell und Kemon dazu entschlossen, die Anwaltskosten für ausgewählte Friseure in Deutschland zu übernehmen. Das Ziel: Präzendenzfälle schaffen, die dann allen Friseuren in dem jeweiligen Bundesland zugute kommen. Dabei geht es nicht nur um die Forderung der schnellen Wiedereröffnung der Salons, sondern auch darum, die notwendige finanzielle Unterstützung einzuklagen. 

Die Friseure, die mit Hilfe von Wild Beauty Corona-Klagen vor Gericht einreichen werden sind: 

Isabelle Krauss, Saloninhaberin aus Baden-Württemberg: „Es gibt Salons, die bereits aufgeben müssen bzw. nicht wieder öffnen werden.“ Besonders problematisch findet sie, dass für Dezember 2020 nahezu kein Salon staatliche Hilfe erhalten wird: „Wie unsere Kollegen haben auch wir vor der Schließung teilweise 16 Stunden pro Tag gearbeitet, haben Kunden vorgezogen, um noch etwas Umsatz zu erwirtschaften. Das Ergebnis: Den ‚benötigten‘ Rückgang von mehr als 30 % des Umsatzes zum Vorjahr haben wir nicht erreicht – und bekommen jetzt keinen Cent.“

André Amberg, Inhaber des ältesten Friseurunternehmens in Thüringen führt seinen Salon bereits in vierter Generation: „Ich bin seit über 20 Jahren selbstständig – und das mit Erfolg.“ Dass er jahrelang gut gewirtschaftet hat, hilft ihm jetzt nicht mehr: „Am 18. Januar habe ich Hartz IV beantragt. Meine Eltern, die unseren Familienbetrieb einst führten, müssen das nun miterleben. Am meisten frustriert mich, dass ich nicht mehr selbstständig über meine Lebens- und Arbeitssituation entscheiden kann. Ich bin ausgeliefert.“

Chris Exner aus Berlin sagt: „Übung macht den Meister‘ hat man früher einmal gesagt. Geübt werden darf bei uns schon lange nicht mehr.“ Chris hat vier Auszubildende in seinem Betrieb, deren Zukunft ungewiss ist: „Die duale Ausbildung lebt vom theoretischen Lernen und praktischen Umsetzen. Wenn wir unsere Mitarbeiter nicht praktisch schulen dürfen, verlieren wir eine komplette Generation Nachwuchsfriseure.“

Giuseppe Petrelli aus Hessen: „Im Verborgenen wird gefärbt, geschnitten und gestylt. Abstands- und Hygieneregeln? Fehlanzeige. Mit jedem weiteren Tag der Schließung fördert die Politik die Schwarzarbeit und das unkontrollierte Infektionsgeschehen in privaten Haushalten. Die einzig richtige Lösung muss heißen: kontrollierte Öffnung der Betriebe unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Dass wir die einhalten können, haben wir letztes Jahr glaubhaft bewiesen. Wir Friseure sind Hygienebotschafter.“

Der Vorsitzende Innungsmeister des Landesverbands Friseure & Kosmetik Rheinland – Guido Wirtz: „Es wird auf die heimische Küche ausgewichen und dort gibt es in der Schattenwirtschaft weder Mindestabstände noch Masken oder Kontaktdaten-Dokumentation. Eine gut gemeinte Idee, die verheerende Folgen hat – und zwar nicht nur in Form von Wettbewerbsverzerrung und Steuerverlust, sondern vor allem im Hinblick auf den Schutz unserer Gesundheit und das Abflachen der Pandemie-Welle.“  Blickt man in sein Nachbarland Luxemburg, trifft es Guido ganz besonders hart: „Unsere Kunden wissen sich nicht zu helfen und pilgern reihenweise über die Grenze. Hier dürfen Salons arbeiten, das verführt natürlich. Ich kann nur hoffen, dass meine Kunden auf lange Sicht zu mir zurückkehren, sonst droht auch meinem Familienbetrieb der Existenzverlust.“ 

Christa Meier aus Bayern hat sich gemeinsam mit ihrer Tochter Kathrin, die bei der BGW ehrenamtlich tätig ist, die Zahlen mit Stand 08. Januar 2021 genauer angesehen: „Für das Friseurhandwerk sprechen wir von 14 Meldungen einer vermuteten oder tatsächlichen SARS-CoV-2 Infektion, wovon 7 ein positives Testergebnis hatten. Setzt man diese Zahlen zu den Friseurbetrieben und Mitarbeitern in ganz Deutschland ins Verhältnis, ist das Fazit klar: unauffälliges Meldegeschehen für die Friseurbranche!“

Wolfgang Schwan aus dem Saarland: „Uns gibt es nicht ‚zum Mitnehmen‘ und auch nicht per Fernwartung, wir sind VollblutHandwerker. Natürlich können wir das eine oder andere Produkt online verkaufen oder einen Gutschein ausstellen. Aber das hält uns nicht über Wasser. Unser Beruf ist alternativlos.“ 

Andre Albers aus Bremerhaven fehlt der persönliche Austausch mit seinen Kunden: „Es geht nicht nur darum, dass Menschen in schwieriger Zeit ein letztes kleines Glück haben – schöne Haare. Menschen vereinsamen und werden gesellschaftlich allein gelassen. Wir Friseure sind ganz entscheidende Botschafter, die in sicherer Art und Weise nah an den Menschen arbeiten. Der Wunsch nach einem gepflegten Äußeren ist ein Grundbedürfnis, das wir nicht länger ignorieren dürfen.“

 

„Aus all diesen Gründen unterstützen wir unsere Salonpartner darin, der unkontrollierten und undokumentierten Schwarzarbeit am heimischen Spülbecken Einhalt zu gebieten und Frisuren wieder in geregelte und sichere Bahnen zurückzuführen: In den Salon, mit bewährten Hygiene-Konzepten und fundierter Gefährdungsbeurteilung, die durch die BGW Ende Dezember 2020 nochmals präzisiert und aktualisiert wurde. Friseure haben es verdient, fair und verlässlich behandelt zu werden. Dafür haben wir in unserem Rechtsstaat die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen und so politische Entscheidungen unabhängig gerichtlich überprüfen zu lassen. Genau dabei unterstützen wir oben genannte Salonpartner – im Interesse der gesamten Friseurbranche,“ so das Team von Wild Beauty. 

 

 

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