7 December 2022

„Für Oribe wollte ich den Halo Effekt“ – Estetica im Interview mit Daniel Kaner

Die Marke Oribe gibt es seit 2008. Damals beschloss Daniel Kaner zusammen mit zwei weiteren Partnern, darunter der legendäre Hairstylist Oribe Canales, eine professionelle Haarmarke mit einzigartigem Boutique-Glam zu schaffen.

Seitdem begeistert Oribe Salonprofis, Verbraucher – und Estetica – mit seinen Luxusprodukten. Wir haben den leidenschaftlichen Daniel Kaner, Präsident und Mitbegründer, der bis heute mit federführend in Design, Vertrieb, Marketing und Education bei Oribe Hair Care ist, im Rahmen der Kao Salon Global Experience 2022 in Amsterdam getroffen. 

Hair Alchemy Oribe Hair Daniel Kaner

Danke, dass Sie sich heute und hier für uns Zeit nehmen. Sie sind viel gereist in den letzten Monaten.

Oh ja! Seit März dieses Jahres bin ich wieder viel unterwegs. Ich war auf der ganzen Welt, Italien, gerade in den Niederlanden, in Deutschland, ich war in Großbritannien und in Kanada und es fühlt sich so transformativ an. Und so herrlich, hier neben Ihnen zu sitzen, einfach weil Sie da sind – live und ich mit Ihnen sprechen kann. Ich glaube, wir haben vor Covid viele Dinge als normal angesehen. 

Dann lassen Sie uns doch über Ihre Partnerschaft mit Kao sprechen – eine echte Win/Win-Situation. Was gewinnt Oribe und was sind die Vorteile von Kao?

Das mit Kao ist in der Tat interessant, denn ich war es, der auf Kao zuging. Ich klopfte sozusagen an ihre Tür. Dazu muss man wissen: John Moroney und ich sind seit fast 30 Jahren befreundet. Also fragte ich ihn, ob wir nicht zusammenarbeiten wollen. So starteten wir in Nordamerika. Ich wollte, dass die Marke in einem Unternehmen landet, das ein Händchen für das Salonbusiness hat. Für mich war zudem klar, dass Goldwell Farben zu den besten in Nordamerika zählen und wir als Oribe niemals in das Farbbusiness einsteigen würden. Für Goldwell ist Oribe ein starker Partner in Sachen Haircare und eine neue Marke für einige ihrer Salons, sowohl in Großstädten als auch in Vororten. Für Oribe ist Kao also eine sichere Sache. Wir können unsere Marke weiter entwickeln und seitdem wir global gegangen sind, unsere Distribution ausweiten.

Wie unterscheidet sich Oribe von anderen hochwertigen professionellen Haarpflegemarken?

Teil des Plans für die Marke war, etwas in die Salons zu bringen, was jeder haben will. In den USA begannen wir so: Ich kontaktierte die Friseursalons in den USA, mit denen wir zusammenarbeiten wollten, denn ich denke, dass der Friseursalon ein wichtiger Ort für unsere Kund:innen ist. Wir bieten ihnen eine Prestige-Marke, die sehr modern, hochqualitativ und absolut anders ist. Neben den feinsten Salons in den USA haben wir die Produkte parallel in exklusiven Retail-Stores wie Neiman Marcus und Bergdorf Goodman, KaDeWe, Alsterhaus, Oberpollinger und Nägele & Strubell etabliert, für den Prestige-Effekt. Für die Salons hat das den Vorteil, dass wenn jemand die Produkte in Luxus Kaufhäusern sieht und dann in den besten Hair Salons, dann wollen die Kunden es unbedingt. Stellen Sie sich vor, Sie positionieren Ihre Marke neben einer Drogeriemarke, die nicht so luxuriös ist. Welche Message senden wir dann an die Salons? Ich wollte den Halo Effekt, nämlich dass Oribe neben Tom Ford Düften steht. Das steigert das Prestige unserer Marke. Wir haben übrigens Salons in Klein- und in Großstädten. Ich denke, wo sich der Salon befindet, ist nicht maßgebend; es ist eine Frage der Salonbesitzer:innen. SIE bieten das Erlebnis für ihre Kund:innen. 

Das bedeutet, der Salonbesitzer ist eigentlich die Marke?

Genau. Unsere Oribe hair show hier im Rahmen der Kao Salon Global Experience fokussierte sich auf die Friseur-Handwerkskunst, auf das Salonerlebnis des Kunden. Unsere Marke ist ihre Marke. Aber die Nummer 1 Marke, auf die sich der Salon konzentrieren sollte, ist seine eigene. Der Salon muss zur Marke werden. Man kann ein Upgrade in Sachen Weiterbildung machen, auf den Look der Stylisten achten, das Angebot optimieren und plötzlich hat man nicht mehr das Gefühl, im Wettbewerb mit anderen Salons zu stehen. Und wenn man einmal der beste Salon am Platz ist, dann kommt auch das Personal, das in dem Salon arbeiten will. 

Stacey Ciceron, Markenbotschafterin für Oribe Hair

Rezessionszeiten wie diese sind nicht einfach … Was raten Sie Friseuren?

Mein Rat an die Friseure: Ich habe den atemberaubenden Angelo Seminara auf der Bühne gesehen, Nicci Welsh und all die anderen. Sie alle investieren in ihre Karriere. Und sie teilen, was sie tun. Sie lieben, was sie tun. Genau das würde ich den Friseuren raten. Teilt eure Geschichte mit euren Mitarbeitern und Salongästen. Nehmt eure Mitarbeiter:innen mit auf Events, lasst sie die französische oder italienische Vogue lesen, lasst sie teilhaben! 

Können Sie uns einen kleinen Ausblick auf 2023 geben?

Was Produktneuheiten betrifft, da wird es unter anderem eine Line-Extension zur Hair Alchemy Collection geben. Einer der Meilensteine im Educationbereich wird unser neues Atelier in Kopenhagen sein, das wir gerade aufbauen. Wir beginnen dort unsere Trainer zu trainieren, sodass wir unser Netzwerk international enger zusammenbringen. Jedes kleine Teil zählt und ist Teil des Ganzen: der besondere Duft, das neue Produkte, das Storytelling. Wir versuchen jedes Jahr ein kleines bisschen besser zu werden und das darauffolgende Jahr noch besser und wir werden unsere Community umarmen. Es geht nicht vorrangig um den Produktverkauf, sondern um unser Team und unsere Kunden. Und ich möchte, dass sich die Salonbesitzer öffnen, die Führungsrolle übernehmen. Mit Kopf und Herz. Deutschland ist einer der prestigeträchtigsten Märkte weltweit und ich wünsche mir, dass Oribe hier einen schönen Platz findet. 

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