18 May 2024

Status im Friseurhandwerk: Es ist kompliziert

Die wirtschaftliche Lage der Friseurbranche – Multiple Krisen für das Friseurhandwerk

Corona-Nachwirkungen, extreme Energiepreiserhöhungen und Inflation in Folge des Kriegs in der Ukraine sowie Nachwuchs- und Fachkräftemangel belasten das Friseurhandwerk enorm. Auch 2021 schlagen sich die Folgen der Corona-Pandemie deutlich in der Umsatzentwicklung des Friseurhandwerks nieder. Demnach haben die 49.917 umsatzsteuerpflichtigen Friseurunternehmen 2021 nur 5,92 Milliarden Euro erwirtschaftet. Somit ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent gesunken.
Die Preise für Friseurdienstleistungen zeigten im Jahresdurchschnitt 2022 ein Plus von 5,2 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. Während das allgemeine Preisniveau in Deutschland einen deutlichen Aufwärtstrend aufweist, hält die Entwicklung der Preise für Friseurdienstleistungen nicht mit.
An den weitestgehenden Wegfall aller Corona Schutzmaßnahmen schlossen sich Energiepreiserhöhungen und Inflation in Folge des Kriegs in der Ukraine an. Davon abgesehen trägt aber auch die Nachfrage der Verbraucher nach vielseitigen Friseurdienstleistungen zu dieser Entwicklung bei. Beim Thema Haare und Aussehen vertrauen
Konsumentinnen und Konsumenten auf die Kompetenz der über 240.000 Schönheitsexperten in Deutschland in den rund 80.000 Salons.

Friseurhandwerk
Credit: Joico

Dies belegt auch der Dienstleistungsvergleich „Prime Spot“ der Unternehmensberatung Peter Zöllner. In den Damensalons lag der Umsatz im Jahr 2022 pro Kundin durchschnittlich bei 67,67 Euro. Männliche Kunden investierten im Jahr 2022 durchschnittlich 28,25 Euro pro Besuch.

Mit insgesamt 14.174 Auszubildenden in 2022 geht der Rückgang bei den Ausbildungsverhältnissen im Friseurhandwerk somit weiter. Die Nachwuchsproblematik bleibt die größte Herausforderung für die Zukunft der Branche. Der Friseurberuf bleibt für eine große Anzahl an Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern beliebt, die kontinuierliche Modernisierung des Berufsbildes mit neuen Karrieremöglichkeiten ist aber unumgänglich, um künftig wieder mehr Nachwuchs für die Friseurbranche gewinnen zu können. Vor allem auf junge Frauen übt der Friseurberuf aber nach wie vor eine hohe Anziehungskraft aus. So rangiert er bei den weiblichen Auszubildenden mit 4.611 neu abgeschlossenen Verträgen 2022 wie im vergangenen Jahr weiterhin auf Platz acht der Liste aller Ausbildungsberufe. Bei den männlichen Auszubildenden verzeichnet die Friseurausbildung 2.055 Neuverträge. Insgesamt ist die Entwicklung des Anteils der männlichen Auszubildenden im Friseurhandwerk sehr positiv, denn sie ist innerhalb der letzten zehn Jahre von 10 auf über 30 Prozent gestiegen.

Quelle: ZV (Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks)

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