26 February 2024

Rückblick auf den Zukunftskongress der Friseurbranche

Am 15.1.2024 traf sich die Branche, um wichtige Themen zur Zukunft der Friseure zu diskutieren. Passend dazu gab es inspirierende Vorträge. Top Speaker: Promi-Philosoph Richard David Precht.

Manchmal braucht es ein wenig, um all die Informationen dieses vollgepackten Events zu verarbeiten, sich ein Bild zu verschaffen, eine Meinung zu bilden… Eigentlich, so vernahmen wir bei Gesprächen mit einigen Teilnehmern, hatte man eine solche Veranstaltung wie diesen Zukunftskongress vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks erwartet. Stattdessen übernahm Raphaela Kirschnick der Onlinetageszeitung für Friseure, imsalon, diese Aufgabe – Chapeau!

Zukunftskongress
Initiatorin Raphaela Kirschnick @imsalon Foto: Katarzyna Mazur

Das Motto: Eigenverantwortung und raus aus der Bubble. Der imSalon Zukunftskongress fand im Berliner Admiralspalast statt, parallel zur großangelegten Demonstration der Landwirte. Dennoch ließen sich die rund 550 Besucher dieses Event nicht entgehen. Wie sie suchen viele Hairstylisten nach Antworten, nach Wegen aus der Krise und nach einer Lobby in der Politik. Denn letztere existiert schlichtweg nicht. Grund genug für jeden einzelnen Friseur, laut zu bleiben und das Motto #FriseurebrauchenZukunft mit Inhalten zu füllen.

Der prominente Keynote-Speaker, Autor und Philosoph Richard David Precht, sprach über die Zukunft empathischer Berufe. Friseursein ist ein empathischer Beruf und zählt definitiv zu den Gewinnern der Automatisierung.

Zukunftskongress
Richard David Precht Foto: Katarzyna Mazur

Zukunftszeichner Marcel Aberle, Friseurunternehmerin Sabrina Poser, Designer Marcel Ostertag sowie Petra Brockmann und Juliette Beke ergänzten das Vortragsprogramm.

Politik-Talk mit anschließender Forderungspapier-Übergabe

Mit Spannung erwartet wurde die angekündigte Podiumsdiskussion auf dem Zukunftskongress. In der Runde: Richard David Precht, Staatssekretär Michael Kellner, Jörg Dittrich (Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks), Manuela Härtelt-Dören (Präsidentin Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks) und die beiden Friseur-Unternehmer Heiko Schneider sowie Filiz Erdogu.

Zukunftskongress
Foto: Sandrino Donnhauser

Schwarzarbeit, Coronarückzahlungen, Arbeitskräftemangel. Diese drei Themen treiben die Branche am meisten um. Unser Eindruck: Nach dem Auftritt des Staatssekretärs Michael Kellner ist von der Politik kaum Unterstützung zu erwarten. Friseure müssen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen, gemeinsam agieren, lauter werden – sodass auch sie politisches Gehör finden. Jörg Dittrichs Vorschlag, einen gemeinsamen Fond für Azubis einzurichten, damit wieder mehr Friseure ausbilden, stieß auf Interesse. Allerdings sind die Beiträge, die der Friseur bereits an die Handwerkskammer abtritt, ohnehin nicht gering. Die Idee der steuerlichen Absetzbarkeit der Friseurdienstleistung wirft ebenso Fragen auf. Ob das der Anreiz für Friseure sein könnte, in legalen Strukturen zu arbeiten und so Schwarzarbeit zu bekämpfen? Apropos Schwarzarbeit: In der Pause hörten wir von zwei engagierten Friseurinnen aus dem Raum Nürnberg folgende Idee: Was wäre, wenn man den schwarz arbeitenden Friseuren die Möglichkeit entzöge, online und anderswo an friseurexklusive Haarfarben zu gelangen, indem sie ohne Gewerbeschein diese nicht beziehen können? Hier wäre die Bereitschaft der Industrie gefragt…

Die Überreichung des Vier-Punkte-Forderungspapiers an das Wirtschaftsministerium markierte schließlich den offiziellen politischen Abschluss des Tages. Die Forderungen, darunter eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7%, die Möglichkeit, Friseurausgaben von der Steuer abzusetzen, eine Prämie für Ausbildungen sowie verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit, sollen faire Rahmenbedingungen für die Branche schaffen.

Zukunftskongress
Michael Kellner, Manuela Härtelt-Dören Foto: Katarzyna Mazur

Fazit: Eine gute Auftaktveranstaltung ins Jahr 2024. Auch wenn viele Fragen unbeantwortet blieben, war dieser Kongress ein Weckruf. Alles bleibt anders und jeder in der Branche ist aufgerufen, aktiv zu werden.

Unterstützer und Partner auf dem Zukunftskongress waren BaByliss PRO, Efalock Professional, Euro Friwa, Glynt, Kao, Revlon Professional, Schwarzkopf Professional, Wella Company, Wild Beauty und der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks.

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